Ringvorlesung gegen Rechtsextremismus 21/22

Rechtsextreme Politiken im Wandel zwischen Parteien und sozialen Bewegungen. Internationale Perspektiven

In Gedenken an den rassistischen Mord an Halit Yozgat, welchen der rechtsextreme NSU 2006 unweit des Campus Holländischer Platz begangen hat, findet seit 2012 jährlich mit wechselnden Themen die Ringvorlesung gegen Rechtsextremismus an der Universität Kassel statt. Nachdem die Vorlesung sich im letzten Wintersemester v.a. mit den Themen Verschwörungsideologien und Antisemitismus in Zeiten der Corona-Pandemie unter dem Titel „recht extrem? Wissen, Meinen, Glauben in der Krise“ gewidmet hat, möchten wir im kommenden Wintersemester 2021/22 den Fokus auf die weiterhin erstarkenden rechten Strukturen im Feld der politischen Parteien und sozialen Bewegungen richten. Neben der Situation in der BRD sollen dabei auch Entwicklungen in anderen Ländern fokussiert werden.

Wir nehmen den Rahmen der geplanten interdisziplinäre Ringvorlesung zum Anlass, u.a. darüber nachzudenken,

a) welche rechtsextremen Parteien und Bewegungen sich im gegenwärtigen Deutschland und Europa etablieren und welche politischen Verschiebungen sie produzieren;

b) inwiefern sich rechtsextreme Mobilisierungs- und Organisierungsstrategien im Wandel befinden und sich dabei sowohl Partei- als auch Bewegungsformen aneignen;

c) wie sich über soziale Bewegungen rechte Dynamiken innerhalb gesellschaftlicher Diskurse ausbreiten und welche Strategien dabei genutzt werden;

d) mittels welcher Praktiken sie sich in liberalen Gesellschaften als Gruppierungen der demokratischen Mitte präsentieren;

e) wie sie dadurch die freiheitlich demokratische Verfasstheit europäischer Demokratien angreifen;

f) und welche Strategien im politischen und zivilgesellschaftlichen Kampf gegen diese Entwicklungen entworfen werden können.

Diese und weitere Fragen sollen in vier thematischen Blöcken aus jeweils unterschiedlichen Zugängen thematisiert werden.

• Im ersten Block werden einführend Begriffsklärungen rechtsextremer Ideologie sowie Parteien- und Bewegungsorganisation in den Blick genommen.

• Der zweite Block fragt darauf aufbauend nach spezifischen Themen und Strategien gegenwärtiger rechtsextremer Mobilisierung. Auch hierbei soll ein besonderer Fokus auf rechtsextremen Parteien und sozialen Bewegungen liegen.

• Im dritten Block stehen konkrete Fallbeispiele aus dem deutschen und internationalen Kontext im Fokus, die das Wirken und den Einfluss von rechtsextremen Parteien und sozialen Bewegungen in den Blick nehmen und analysieren.

• Im letzten Block geht es um Gegenperspektiven und Gegenstrategien zur Ausbreitung rechter und rechtsextremer Denk- und Argumentationsmuster auf diversen handlungspraktischen Ebenen. Insbesondere soll thematisiert werden, wie außerschulische und politische Bildung einen Beitrag zu Aufklärung und gesellschaftlichem demokratischen Engagement leisten kann.

Das etablierte Konzept der jährlichen Ringvorlesung sieht vor, Vertreter*innen aus verschiedenen Disziplinen (u.a. Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Erziehungswissenschaft, Soziale Arbeit, Psychologie, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaften, Sprachwissenschaft, Philosophie) einzuladen, die theoretische oder empirische analytische Einblicke in jüngere gesellschaftliche Entwicklungen geben. Wie in den letzten Jahren richten sich die Vorträge sowohl an die Mitglieder der Universität als auch an die Einwohner*innen der Stadt Kassel; wieder sollen Studierende in diversen Modulen, insbesondere im Kernstudium und in Schlüsselkompetenzen, Studien- und Prüfungsleistungen erbringen können. Aufgrund der unsicheren Planungslage bzgl. des Wintersemesters könnten wir uns vorstellen, das Format als Online-Vorlesung zu planen.

Die Vorträge finden online statt. Um den Link zur Veranstaltung zu erhalten, senden Gasthörer*innen bitte eine Mail bis 13 Uhr des jeweiligen Datums an: ringvorlesung@uni-kassel.de. Studierende der Uni Kassel können sich über das Vorlesungsverzeichnis einmalig für die Veranstaltung registrieren. Studierende und Mitglieder der HAWK erhalten den Link über eine Anfrage an julian.sehmer@hawk.de.

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