Stellungnahme des AStA zur Einführung von 3G Präsenzveranstaltungen an der Universität Kassel im Wintersemester 2021

Für das Wintersemester 2021 baut die Universität Kassel die Präsenzlehre deutlich aus. Für alle Präsenzveranstaltungen wird die 3G Regel gelten. Studierende, die nicht vollständig geimpft, genesen oder einen Negativ-Test eines öffentlichen Testzentrums vorlegen können, werden nicht an Veranstaltungen teilnehmen können.

Der AStA Kassel begrüßt die Rückkehr zur Präsenzlehre, da zu einem Studierendenalltag auch der persönliche Kontakt zu anderen Studierenden gehört und die Atmosphäre in der Präsenzlehre das Lernen vereinfacht. Der AStA Kassel begrüßt die dazu gehörenden Sicherheitsmaßnahmen und die Einhaltung des 3G Konzepts, um das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Auch für Angehörige der anwesenden Studierenden bietet diese Lösung eine Sicherheit, da eine Ansteckung unwahrscheinlicher erscheint.

Allerdings muss die Rückkehr zur Präsenzlehre auch unter sozialen Aspekten gesehen werden. Impfangebote der Universität Kassel haben lediglich auf dem Hauptcampus stattgefunden. Die Standorte der Kunstuniversität, des AVZ, wie auch des Standorts Witzenhausen wurden bei diesem Angebot bisher nicht beachtet. Für Studierende der Außenstandorte ist eine Anreise zum Hauptcampus allerdings zum Teil sehr beschwerlich. Wenn ein niedrigschwelliges Impfangebot gemacht wird, müssen alle Standorte der Universität beachtet werden, diesen Vorgang kritisieren wir als AStA.

Seit Oktober werden keine kostenlosen Schnelltests mehr in öffentlichen Testzentren angeboten. Allerdings sind noch nicht alle Menschen vollständig geimpft. Daher hat die Universität Kassel nach unserer Meinung die Verpflichtung allen Studierenden kostenlose Testmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Universität Kassel darf auf keinen Fall davon ausgehen, dass Studierende sich einen solchen Test jederzeit leisten können.

Besonders internationale Studierende an der Universität Kassel werden durch diese Regelung benachteiligt. Nicht nur, dass diese eventuell kein gültiges EU-Zertifikat für ihre Impfungen haben und sie dadurch von der Präsenzlehre ausgeschlossen werden. Möglicherweise hatten sie bisher auch keine Möglichkeit sich impfen zu lassen. Gleichzeitig haben internationale Studierende, die sich nicht impfen lassen dürfen oder konnten, nicht flächendeckend die Möglichkeit, Tests über ihre Krankenkasse abrechnen zu lassen. Eine Regelung die insbesondere internationale Studierende ausschließt, wird von uns ausdrücklich kritisiert.

Um eine Rückkehr zur Präsenzlehre sozial gerecht zu gestalten, fordern wir die Universität Kassel auf, entweder an allen Standorten der Universität ein öffentliches Testzentrum einzurichten, an dem sich die Studierenden kostenfrei testen lassen können. Alternativ könnte die Universität Kassel auch Selbsttests unter Aufsicht anbieten, die sie den Studierenden vor Ort zur Verfügung stellen. Ein Ausschluss von Studierenden an Lehrveranstaltungen ist allerdings keineswegs eine Lösung des Problems.

Uns ist bewusst, dass es in den meisten Modulen der Studiengänge auch mindestens ein Onlineangebot gibt. Wir fordern allerdings, dass Studierende sich in ihrem Studium frei entfalten können und sich auch die Themen ihrer Seminare selbst aussuchen können. Das wäre unter der Ausrede, dass es ja weiterhin Onlineangebote gebe, nicht möglich.

Eine Rückkehr zur Präsenzlehre muss unter sozialen Aspekten gedacht werden und darf niemanden ausschließen.
Wir fordern die Universität Kassel auf, ihre Umsetzung dahingehend zu überarbeiten.

Weitere Informationen auf www.instagram.com/astakassel/

Schreibe einen Kommentar