Kutscheras „Gender-Paradoxon” – eine pseudowissenschaftliche, politische Kampfschrift
Diskussion mit Dr. Marion Näser-Lather, Dr. Nina Schumacher und Dietger Lather vom Arbeitskreis Ulrich Kutschera an der Philipps-Universität Marburg


Der Professor für Evolutionsbiologie Ulrich Kutschera steht wegen Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe unter dem Vorwand angeblicher “biowissenschaftlicher Fakten” Homosexuellen eine grundsätzliche Neigung zum sexuellen Missbrauch von Kindern zugeschrieben. Kutschera behauptet, dass seine Aussagen sich durch Studien und Aussagen anderer Wissenschaftler belegen ließen. Er sieht im Prozess gegen ihn eine Abschaffung der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit.Doch wie die Rezension des Arbeitskreises des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung an der Philipps-Universität Marburg kritisiert, hält Kutscheras Buch „Das Gender-Paradoxon – Mann und Frau als evolvierte Menschentypen” (2016) allgemein anerkannte wissenschaftliche Standards nicht ein. Seine aggressive Argumentation blendet bewusst Gegenpositionen sogar im eigenen Fachbereich aus und unterstellt der Gender- und Geschlechterforschung falsche Behauptungen. Damit verbreitet Kutschera polemische, diskriminierende und diffamierende Aussagen im Gewand der Wissenschaft an der Universität Kassel. Wie konnte dieses Buch in einem wissenschaftlichen Verlag veröffentlicht werden? Die fatale Konsequenz: Kutschera erhält eine Glaubwürdigkeit für krude Thesen. In Anbetracht des Rechtsrucks ist es an der Zeit zu fragen inwiefern die Freiheit der Wissenschaft instrumentalisiert wird. Mit welchen rhetorischen Strategien arbeitet Kutschera? Wie können wir als Gesellschaft Verantwortung übernehmen, um strukturellen Sexismus, Rassismus und Homophobie an Universitäten entgegenzutreten?


Schaut euch die Diskussion auf jeden Fall an: https://youtu.be/DojvM1AGVCk