Der 9. November rund um unseren Campus und Kassel.

Der 9. November ist in Deutschland ein sehr geschichtsträchtiger Tag. Auch Kassel hat am 9. November verschiedener Jahre historisches erlebt. Drei Tage in Kassels Geschichte stellen wir euch deshalb hier exemplarisch vor.

 

 

9. November 1918 ~ Durch die Novemberrevolution wird das Kaiserreich beendet. Philipp Scheidemann ruft von einem Balkon des Berliner Reichstags um 14.00 Uhr die erste deutsche Republik aus.

Philipp Scheidemann ist in Kassel geboren und war später von 1919 – 1925 Oberbürgermeister von Kassel!

Das Philipp-Scheidemann-Haus befindet sich ganz in der Nähe der Uni und an vielen Stellen in Kassel kann man mehr über Kassels berühmesten Oberbürgermeister erfahren.

Heute vor 100 Jahren.

 

 

 

9. November 1938 ~ Truppen der SA und SS organisieren gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung. In der Nacht vom 9. auf den 10. November werden 8.000 Geschäfte zerstört, 1.200 Synagogen niedergebrannt und etwa 100 Juden getötet. 30.000 werden in den Tagen darauf in Konzentrationslager verschleppt. Die “Reichspogromnacht” ist ein Wendepunkt in der Geschichte der deutschen Judenverfolgung.

#heutevor80jahren: In Witzenhausen, östlich von Kassel, brennt die vorher zerstörte Synagoge. Im nahegelegenen Zierenberg werden Synagoge, jüdische Schule sowie Wohn- und Geschäftshäuser von Juden gewaltsam zerstört. 1

Die Synagoge in Kassel wurde im Rahmen der Novemberpogrome bereits am 7. November 1938 von den Nationalsozialisten geschändet und zum Teil durch Brandstiftung zerstört. Das jüdisch-orthodoxe Gemeindezentrum wurde ebenfalls verwüstet. Am 11. November 1938 wurde dann von der Stadtverwaltung der Abriss der Synagoge beschlossen, um an dieser Stelle stattdessen einen Parkplatz zu bauen.

Oft wird ohne böse Absicht der Begriff ‘Reichskristallnacht’ gebraucht. Er wird allerdings häfig als verharmlosend oder beschönigend wahrgenommen, im Gegensatz zu den Begriffen ‘Reichsprogromnacht’ oder ‘Novemberprogrome’.

Die Ereignisse haben Spuren in Kassel hinterlassen. Tiefe Narben in der Gesellschaft, die auch durch eine ganz andere Art der Spuren jüdischen Lebens vor der Deportation sichtbar werden. Rund um die Universität und in der ganzen Stadt findet ihr Stolpersteine, die an deportierte Bürger*innen Kassels erinnern, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Auch auf unserem Universitätgelände findet ihr Spuren. Auf dem Weg der Erinnerung findet ihr mehr Informationen über die Geschichte des Campus’ Holländischer Platz. Wir freuen uns, euch Führungen durch den Weg der Erinnerung anbieten zu können, die nächste Führung durch den Weg der Erinnerung findet am 14. Dezember statt.

Heute vor 80 Jahren.

 

 

 

9. November 1989 ~ Günter Schabowski verkündet aufgrund eines Fehlers überraschend die Öffnung der Mauer. Daraufhin strömen tausende Ostberliner an die nun geöffneten Grenzübergänge. Etwa ein Jahr später folgt die offizielle deutsche Wiedervereinigung.

Kassel lag nicht unweit der Grenze zwischen BRD und DDR. Nach dem überraschenden Fall der Mauer haben einige DDR Bürger ihren Weg schnell nach Kassel gefunden und vorzeitig ein geeintes Deutschland gefeiert.

Heute vor 30 Jahren.

 

 

 

Mehr zu den deutschlandweiten Ereignissen am 9. November.

1 Tweet: https://twitter.com/AmadeuAntonio/status/1060777757246799872

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