Am 11.05.: “Kopieren geht über Studieren” – eine Informationsveranstaltung zu VG-Wort

Vortrag und anschließende Diskussion: Einführung in das Dilemma #Unirahmenvertrag

Kopieren geht über Studieren
*zumindest wenn es nach der #VGWort geht

Unsicher wegen der neuen Situation mit dem Unirahmenvertrag?
Was kommt da jetzt genau auf uns zu?
Du fühlst Dich schlecht informiert und hast Angst, Deine Zeit demnächst mit endlosem Kopieren vergeuden zu müssen, statt Dich aufs Studieren konzentrieren zu können?
Das wollen wir an diesem Abend ändern!

Vor kurzem hieß es noch: „Im neuen Jahr wird alles anders.“ Inzwischen stellt fast jede Hochschule ihren Studierenden Texte für Seminare über Online-Plattformen zur Verfügung, wie etwa die Uni Kassel über Moodle. Diese Selbstverständlichkeit funktioniert, da bisher für das Erlangen der Nutzungsrechte an den Texten Pauschalbeträge an eine Verwertungsgesellschaft gezahlt werden. Es bestand ganz akut die Gefahr, dass ab 2017 jeder Text einzeln abgerechnet werden müsste.

Dies hätte einen erheblichen Verwaltungsmehraufwand bedeutet, da jeder genutzte Text einzeln an die Verwertungsgesellschaft hätte gemeldet werden müssen. Eine Konsequenz hätte sein können, dass einfach weniger Texte für Seminare digital zur Verfügung gestellt worden wären. Für Studierende hätte die Zukunft dann geheißen: Zurück in die 80er, inklusive zerpflückter Semesterapparate und langer Schlangen am Kopierer. Schon das Wort schmeckt wie das letzte Jahrtausend.

Seitdem das Ergebnis der Verhandlungen zwischen der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort und der Kultusministerkonferenz für einen neuen Unirahmenvertrag zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Texte bekannt geworden war, überschlugen sich die Gerüchte: Alle oder manche Texte seien nicht mehr fürs Studium zu benutzen, wir müssten alle zum Kopierer und wahlweise die Justiz, die Landespolitik oder die VG Wort trügen die Schuld. Fest stand nur, dass die Situation nicht gut war und ein modernes Studium in Papierkram und Urheberrechten zu ersticken drohte.

Darum hatten sich fast alle Hochschulen dazu entschieden, dem Rahmenvertrag nicht beizutreten und die VG Wort so unter Druck zu setzen. Daraufhin wurde die Einführung des neuen Verfahrens zwar verschoben, eine Einigung scheint aber noch nicht in Aussicht und aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

In unserer Welt können die Dinge bekanntermaßen nicht immer jenen gehören, die auf die Dinge angewiesen sind. So ist das natürlich auch mit dem geistigen Eigentum. Richtige Schuldige gibt es nicht in dieser hochkomplexen, unglücklichen Angelegenheit. Eine Reform des Urheberrechts wäre überfällig.

Als Euer AStA möchten wir ein wenig Licht ins Dunkel bringen und mit Euch zusammen Lösungsvorschläge und Protestformen diskutieren. Dazu haben wir mit Daniel Gaittet einen Referenten eingeladen, der uns eine politische Einordnung des Dilemmas bietet. Bringt Eure Kommiliton*innen und Freund*innen mit und kommt zahlreich. Vergesst nicht: Gedanken sind frei, Texte in dieser Welt noch nicht immer.

Organisiert wird die Veranstaltung vom AStA der Uni Kassel. Der Besuch der Veranstaltung ist natürlich kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht nötig. Ort der Veranstaltung ist die Arnold-Bode-Straße 8, Horsaal IV.

Über unseren Referenten
Daniel Gaittet studiert an der Universität Regensburg. Im akademischen Jahr 2014/15 war er Mitglied im Vorstand des Freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften (FZS). Seit April 2015 ist Daniel Mitglied im Vorstand des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi).

Ausschlussklausel
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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