Solidarisierung der Öko-LAK: Der Dannenröder Wald muss bleiben!


Solidarisierung der Öko-LAK: Der Dannenröder Wald muss als blaue Lunge und als symbolträchtiges Statement für eine lebenswerte Zukunft erhalten bleiben! Die Studierendenvertreter*innen stehen hinter dem breiten Protest gegen den Ausbau der A49!

Seit nun mehr als 40 Jahren gibt es Proteste an dem geplanten Ausbau der A49 in Hessen. Der Dannenröder Wald liegt östlich von Marburg und ist ein intakter Mischwald mit 200 -300 Jahren alten Bäumen. Der “Danni”, wie das Waldgebiet liebevoll genannt wird, beherbergt neben den zahlreichen alten Bäumen eine große Artenvielfalt (sog. Flora-Fauna-Habitat-Gebiet), ist ein Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tierarten, wie dem Kammmolch, eine Kohlenstoffsenke gegen den Klimawandel und ein wertvoller Trinkwasserspeicher. Das Trinkwasserschutzgebiet Gleental versorgt die Bewohner*innen und peripheren Wohngebiete in und um Frankfurt am Main mit Trinkwasser. Trotzdem soll der Wald nach dem Willen der Bundes- und Landesregierung für eine weitere Betonschneise, die Autobahn 49, niedergerissen werden.

Ab dem 01. Oktober beginnt die nächste Rodungssaison trotz breitem und buntem Widerstand. So ist der Wald nun seit einem Jahr besetzt. Aktivist*innen, darunter zahlreiche Studierende der hessischen Hochschulen, haben Wohn- und Protestplattformen in die Baumkronen gesetzt und behüten den Danni ununterbrochen vor destruktiven Eingriffen. Mehrere Klagen des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) zum Erhalt des Waldes wurden abgewiesen, obwohl das Bundesverwaltungsgericht eingestand, dass der Weiterbau der Autobahn nach heutigem Recht niemals hätte genehmigt werden dürfen. Ein breites Bündnis aus Bürger*innen-Initiativen, Klimagruppen, autonomen Gruppen, Aktivist*innen und bundesweiten Organisationen, wie NABU, BUND, Campact und Attac, setzt sich nun für den Erhalt des Waldes ein. Das gemeinsame Ziel ist die Verhinderung der für Mitte September angekündigten Räumung. Der Dannenröder Wald soll ein friedliches Widerstandssymbol für eine klimagerechtere Welt werden.

Auf der Gegenseite stehen exemplarisch Unternehmen wie Ferrero und Fritz Winter, die Profitmaximierung vor den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlage stellen. Diese Unternehmen würden von der direkten Angliederung ihrer Logistikzentren an die Autobahn profitieren. Obwohl Ferreros Werke bereits an das Schienennetz angebunden sind, forciert das Unternehmen den Ausbau der Autobahn. Ökologisch nachhaltig wäre stattdessen die Reaktivierung und der Ausbau der in dieser Region seit Jahren stillgelegten Schienen. Auch für die Menschen gibt es oft im ländlichen Raum keine andere Möglichkeit als mit dem privaten Auto zu fahren. Das reaktivierte Schienennetz würde im Gegenzug eine direkte, klimafreundlicheVerbindung von Marburg nach Fulda über Kirchhain und Niedergemünden erlauben.

Die Landes-ASten-Konferenz für Ökologie (der Zusammenschluss der hessischen Ökologiereferate in den Studierendenvertretungen, kurz: Öko-LAK) solidarisiert sich mit dem Protest für den Erhalt des Dannenröder Waldes. Klimaschutz muss überall aktiv angegangen werden und kann nicht mit dem Ausbau einer weiteren Autobahn vereinbart werden. Die Öko-LAK schließt sich folgenden Forderungen vollumfänglich an:

1. Die Verkehrswende braucht es Jetzt! Wir brauchen die Umstrukturierung zum Nulltarif für RMV und NVV bis zum Jahr 2025. Mobilität muss ökologisch und sozial gerecht werden!

2. Die Bahninfrastruktur in Hessen muss ausgebaut werden. Klimaschädliche Subventionen für LKW-Transporte müssen abgebaut werden. Der Transport von Waren und Gütern über lange Strecken muss so schnell wie möglich und so viel möglich über die Schienen abgewickelt werden!

Die Öko-LAK lädt alle Kommiliton*innen und weitere Interessierte ein, sich zahlreich an den zweiwöchentlichen Sonntagsspaziergängen zu beteiligen und den Protest vor Ort zu unterstützen!