Solidarität mit dem Widerstand im Hambacher Wald

Das Studierendenparlament und der AStA der Universität Kassel solidarisieren sich mit den Menschen, die sich derzeit der Abholzung des Jahrhunderte alten Hambacher Waldes in den Weg stellen.

 

Seit nunmehr sechs Jahren haben Aktivist*innen der Anti-Braunkohle-Bewegung einen der letzten europäischen ursprünglichen Mischwälder erfolgreich besetzt und leben dazu dauerhaft Baumhäusern und gemeinschaftlichen Strukturen, um eine Rodung des Waldes zu verhindern. Während in Berlin in der Kohlekommission der Ausstieg aus der Braunkohle verhandelt wird, schafft der Energieriese RWE im Westen von Köln weiter Tatsachen, indem er den letzten Rest des Jahrhunderte alten und einst größten Mischwaldes NRWs für den Tagebau Hambach roden will. Dies führt das Gremium Kohlekommission ad absurdum, da es genau für den Zweck einberufen wurde, gesellschaftliche Konflikte um die Braunkohleverstromung aufzulösen. Ohne die Ergebnisse der Kohlekommission abzuwarten setzt RWE hierbei auf eine bewusste Eskalation, indem noch vor Beginn der gesetzlich vorgeschriebenen Rodungssaison (ab dem 1. Oktober) durch die Polizei Baumhäuser und Bodenstrukturen zerstört werden sollen, sowie der Wald für eine Rodung vorbereitet werden soll.
Vor dem Hintergrund, dass:
  • Deutschland seine Klimaziele für 2020 aufgegeben hat (1)
  • Das so genannte “2-Grad-Ziel“ des Pariser Klimaabkommens nur zu erreichen ist, wenn 80% der weltweiten Kohlereserven unter der Erde bleiben (2)
  • Der Klimawandel mittlerweile eine wissenschaftlich absolut unbestreitbare Tatsache ist und die Braunkohle Deutschlands größter Treibhausgasemittent ist
  • NRW wie viele andere Bundesländer, unter anderem auch bereits Hessen, sein Polizeigesetz verschärfen möchte (3),(4)
  • Noch an unterschiedlichen Gerichten Klagen ob der Rechtmäßigkeit der Abholzung anhänglich sind
  • Im Jahr 2018 immer noch ganze Dörfer zwangsgeräumt und umgesiedelt werden
  • Braunkohlestrom nicht auch kurzfristig nicht notwendigerweise für die Versorgungssicherheit Deutschlands benötigt wird (5)
  • Der Verbleib des Tagebau-Restlochs (von der Größe des Bodensees!) in keinster Weise geklärt ist
Vor diesem Hintergrund ist der Hambacher Wald und der Versuch zu dessen Rettung sind nicht nur ein starkes Symbol des Widerstandes gegen eine unverantwortliche Klimapolitik und dem Vorrang von Konzern- vor Gemeinwohlinteressen, sondern auch tatsächlich eine physische Barriere für das Fortschreiten des Tagebaus.
Universitäten stehen unserer Meinung nach in der Pflicht aus wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendige Änderungen in der Gesellschaft zu erklären und zu erarbeiten.
Aus diesen Gründen unterstützen das Studierendenparlament Kassel und der AStA der Universität Kassel alle gewaltfreien Protestformen, die zum Schutz des Waldes beitragen.
 
 
Quellen:
  1. https://de.reuters.com/article/deutschland-kohle-idDEKCN1LF0H9
  2. https://www.nature.com/articles/nature14016
  3. https://rp-online.de/nrw/landespolitik/polizeigesetz-in-nrw-diese-rechte-sollen-polizisten-kuenftig-haben_aid-22521115
  4. https://www.heise.de/ct/ausgabe/2018-15-Polizeigesetze-der-Laender-werden-weiter-aufgebohrt-4096570.html
  5. http://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/deutschland-verfehlt-selbst-gesetzte-klimaziele-fuer-2020-deutlich-15631595.html
Bildquelle: https://aktion.bund.net/sites/bund/files/hambacher-wald-retten-statt.jpg
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