Statement zu Präsenzprüfungen an der Universität Kassel

AStA und die Fachschaftsräte fordern Fernprüfungen

Die Prüfungsphase beginnt in zwei Wochen und der Allgemeine Studierendenausschuss sowie die Fachschaftenkonferenz fordern gemeinsam flächendeckende Fernprüfungen. Während der aktuellen Pandemielage sei es unverantwortlich hunderte Studierende über Stunden hinweg in einen Raum zu beordern, um dort Prüfungen abzulegen für die auch andere Formate gewählt werden könnten, so Can Bali, der als Referent für Hochschulpolitik im AStA tätig ist. Der Senat der Universität wird am Mittwoch darüber entscheiden.

“Keine Präsenzlehre, Homeoffice-Pflicht, alles hat zu, weil wir dringend Kontakte reduzieren müssen. Und jetzt soll ich mehrere Stunden in einem Raum mit hunderten anderen Studierenden Klausuren schreiben? Das ergibt für mich keinen Sinn”, so eine Studierende aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Viele Studierende haben während der Pandemie ihre Jobs verloren und mussten zwangsweise zurück zu ihren Eltern ziehen oder sind zum Studienbeginn gar nicht erst nach Kassel gezogen. Das erschwere die Anreise zu den Prüfungen zusätzlich – besonders für Ausländische Studierende, berichtet die AStA Vorsitzende Sophie Eltzner.

Teilweise werden schon Alternativen zu Präsenzprüfungen angeboten, das sind beispielsweise Open-Book-Klausuren oder Essays die Studierende dann unter Zeitbegrenzung Zuhause schreiben. Dozierende der Universität Kassel, die diese Formate schon seit Jahren verwenden, berichten dass sich die Leistungsniveaus der Studierenden auf diese Weise ebenso gut wie beispielsweise über Klausuren messen ließe.

Doch es hat an anderen Universitäten auch schon Probleme bei einigen neuartigen Fernprüfungssystemen gegeben. Es wurde unter anderem eine Überwachungssoftware während digitalen Klausuren eingesetzt. Dort sei es wegen der konstant geforderten Webcam-Überwachung über mehrere Stunden hinweg untersagt die Augen auch nur kurz vom Bildschirm abzuwenden oder die Toiletten zu nutzen. Derartige Proctoring-Softwares dürfen an der Universität Kassel nach Meinung des AStAs nicht zum Einsatz kommen.

Die Referentin für Studium und Lehre, Lisa-Marie Petzel, erläutert abschließend: “Uns ist wichtig, dass bei möglichen Onlineprüfungen die Rechte der Studierenden beachtet werden und das gleiche Leistungsniveau wie bei den Präsenzvarianten gewährleistet wird. Die Hochschulleitung muss jetzt reagieren, damit es noch möglich ist ein flächendeckendes, unbürokratisches und datensicheres Angebot von Fernprüfungen zu schaffen.” Am Mittwoch werden im Senat der Universität Kassel Beschlüsse zu den möglichen Fernprüfungen gefällt. Der Appell der Studierenden ist klar: Ihre Universität darf kein neuer Corona Hotspot werden.